Aus der Presse

Bericht vom September 2018 in diversen Online- und Print-Medien

Wieder 4 neue Auszubildende bei Elektro Weber

Wie im letzten Jahr darf die Firma Elektro Weber gleich 4 neue Azubis willkommen heißen. Martin Neumair, Daniel Bartels und Eric Heinrich haben zum 1. September ihre Ausbildung zum Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik begonnen. Lukas Stötzel ist von auswärts in die Nachbargemeinde gezogen und setzt nun seine Ausbildung mit dem 2. Ausbildungsjahr fort.

Der Firma Elektro Weber ist es sehr wichtig, die jungen und engagierten Azubis schnell in die Firma zu integrieren und ihnen einen optimalen Start in Berufsleben zu ermöglichen.

Bettina und Michael Weber und das gesamte Team wünschen den vier jungen Männern alles Gute für den neuen Lebensabschnitt!

 

Azubis Sep 18

Von links nach rechts: Bettina Weber, Martin Neumair, Daniel Bartels, Eric Heinrich, Lukas Stötzel, Michael Weber

 

Bericht vom 19.01.2018 im Obb. Volksblatt über unseren Auszubildenden Navid Azimi:

2018-01-19-OVB-Navid1Integration erfolgreich meistern


Rund 6300 Kilometer trennen den früheren Wohnort von Navid Ahmad Azimi von seinem heutigen Zuhause und dem Ausbildungsplatz,
den er gefunden hat. Hinter ihm liegt eine Flucht aus einem Vorort von Kabul, die ihn schließlich in die hiesige Region führte. Der Grund: die Taliban. Nun absolviert er eine Lehre bei Elektro Weber in Feldkirchen-Westerham – zur vollsten Zufriedenheit seines Ausbilders Michael Weber. Navids bisheriger Weg ist eine Geschichte von Hürden und Ungewissheit ebenso wie Erfolgen.

Für den 17-Jährigen ist es nicht die erste Fluchterfahrung. Als er drei Monate alt war floh seine Familie in den Iran. Seine Mutter verstarb. Der Vater entschied sich für eine Rückkehr nach Kabul. Nach eineinhalb Jahren folgte der nächste Schicksalsschlag. Die Taliban wollten Navids Bruder Faissal als Soldaten zwangsrekrutieren. „Dann hat mein Vater zu mir und meinem Bruder gesagt, wir sollen Afghanistan verlassen“, erklärt der 17-Jährige. Den Jüngeren schickte er mit. Schließlich könnte ihm bald dasselbe widerfahren. 2015 war das. Der Vater selbst blieb mit vier Schwestern und zwei jüngeren Brüdern in Afghanistan. Die Flucht von Navid und Faissal organisierte er. Ungefähr eineinhalb Monate dauert sie. Zuerst geht es in den Iran, dann in die Türkei.
„An der Grenze konnte ich plötzlich nicht laufen. Es war komisch. Ich hatte gar keine Kraft mehr. Mein Bruder hat mich mitgezogen“, erinnert sich Navid. Die Seepassage zwischen der Türkei und Griechenland meisterten die beiden auf einem kleinen Boot – voll bepackt mit 40 Passagieren. Ein Angsteinflößendes Ereignis: „Ich war in der Mitte des Bootes, habe geschlafen und bin im Wasser aufgewacht. Das Boot war plötzlich voller Wasser.“ Trotzdem ging noch einmal alles gut. Schließlich gelangten er und Faissal über Österreich nach Deutschland. Verschiedene Stationen folgten: Rosenheim, München, Altötting, Bad Wiessee und schließlich das Johannesheim in Holzolling, wo Navid mit
seinem 19-jährigen Bruder nun wohnt.

Falscher Abschluss für den Traumberuf

Erst ging er dort zur Schule, dann zum Deutschunterricht nach Rosenheim. „Die Lehrerin dort meinte: Du lernst schnell. Du musst zur Schule. Nur so kannst Du eine Lehre machen“, sagt Navid, höflich, fast etwas schüchtern. Er ging dann in die Mittelschule Feldkirchen. Den Quali besteht er nach so kurzer Zeit mit der Note 2,3. Bei Elektro Weber bewirbt er sich erst als IT-Informatiker – schließlich ist er von diesem Beruf begeistert. „Dann habe ich erfahren, dass
man dazu einen Realschulabschluss braucht“, meint Navid rückblickend. Dabei sei ihm aber auch gesagt worden, dass man als Elektroniker
in einem so ähnlichen Berufsfeld arbeite. Der Quali wäre da in Ordnung.

Also ergriff der 17-Jährige die Chance. Und es läuft sehr gut für ihn, wie er sagt: „Am Anfang hatte ich Angst, mit den Kollegen zu sprechen,
aber sie haben gesagt, dass ich das einfach machen soll und doch auch etwas dabei lerne.“ Der erste Blockunterricht in der Berufsschule lief
nicht gleich glatt. Die Mittelschule war einfacher, findet Navid. Nach einem Vierer war er verunsichert. „Aber dann habe ich verstanden, wie
es geht“, meint der Azubi. Er stellte sich auf die neuen Gegebenheiten ein. „Ich habe nach dem Unterricht auch immer gleich alles wiederholt.
Es interessiert mich.“ Bei den Zensuren gab es schon drei Einser.

Im Beruf und in der Schule gut integriert

In Beruf und Schule gebe es „keine Probleme“, so der Azubi. Und auch im Alltag hat sich der 17-Jährige gut eingelebt. „Ich habe in Afghanistan
und im Iran schon immer Fußball gespielt“, erklärt er, „und ich will nicht die ganze Zeit zu Hause bleiben. Ich möchte etwas machen.“ Der Tipp
des Johannesheims: geh einfach zum TV Feldkirchen. Dort kickt Navid in der A-Jugend. Seine Einsatzbereiche: Verteidigung und Mittelfeld.


Klare Ziele für die Zukunft

Beruflich hat der junge Afghane sich bereits orientiert und einige Zielsetzungen. Zuerst einmal möchte er natürlich seine Lehre als Elektroni-
ker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik erfolgreich abschließen. Die Computertechnologie ist aber sein Traum. „Ich habe gehört, dass
man nach der Lehre den Meister machen und dann IT studieren könnte“, sagt er, das ist mein Ziel für die nächsten sechs, sieben Jahre.“
Kombiniert mit weiteren Lerninhalten. Navid will auch Französisch und Spanisch lernen. Der IT-Bereich sei schließlich international.

Privat hat der 17-Jährige auch einen Traum – eine Mietwohnung. In die würde er zusammen mit seinem Bruder Faissal ziehen. Der macht
eine Ausbildung zum Heizungsbauer in Westerham.

Einen Wermutstropfen, respektive eine weitere Hürde, gibt es trotz des Engagements der Brüder in ihren Berufen jedoch – den abgelehnten Asylantrag.
Afghanistan gilt derzeit als sicheres Herkunftsland. Navid und Faissal haben Einspruch gegen die Ablehnung eingelegt, das Landratsamt Miesbach, das als Vormund der beiden fungiert, hat ebenfalls einen Widerspruch eingegeben. Die Behandlung desselben dauert erfahrungsgemäß rund eineinhalb Jahre, wie Navids Ausbilder Michael Weber erklärt. Abwarten und weitersehen ist die Devise. Schließlich ist er von seinem Azubi, dessen Fleiß und Zuverlässigkeit, sehr angetan. maf   

 Mit freundlicher Genehmigung von Obb. Volksblatt GmbH & Co. KG

Foto und Text von Martina Andrea Fischer

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